21 Jahre subshell

Im April 2020 feierte subshell das 21-jährige Bestehen. Da seit dem Gründungsjahr 1999 natürlich einiges geschehen ist, haben unsere Schüler-Praktikantin Mariana und ich (Hevi) die beiden Gründer und Geschäftsführer von subshell Jan und Tom interviewt. Wir haben auch mit den Kollegen und Kolleginnen gesprochen, die von Anfang an dabei waren: Nils (Mitglied der Geschäftsführung), Sören (Mitglied der Geschäftsführung und Leiter Projektmanagement), Julia (Reinigungsfachkraft), Feri (erfahrener Entwickler) und Andreas N. (erfahrener Tester).

subshell Glocke
subshell Glocke (Bild: subshell/CC BY)

subshell geht auf See – Gründung und die erste Crew

Frage an die subshell-Gründer: Was waren die ersten Impulse für die Gründung?

Jan: Tom und ich haben 1999 zusammen in einer Multimediaagentur gearbeitet. Tom war schon da, ich hatte einen Studentenjob dort.

Da es kaum Redaktions- oder andere Softwaresysteme gab, wurden Websites für Firmen wie Mercedes Benz, Karstadt, Lufthansa, Bank 24 und andere von Hand geschrieben. Als Tochterfirma einer Werbeagentur hat man dabei viel Wert auf das Visuelle gelegt. Weniger wichtig schien, dass untendrunter auch alles stabil gebaut und technisch durchdacht sein sollte.

Das hat Tom und mir irgendwann nicht gereicht, weshalb wir dachten, wir probieren was Eigenes aus.

Tom: Ich war vor der Firmengründung bereits ein Jahr freiberuflich tätig und das hat sich auch erst mal gut angefühlt. Irgendwann kam aber das Gefühl auf, spannendere Projekte angehen und mehr bewegen zu können, wenn man eine Firma gründet und mit mehreren Leuten zusammenarbeitet. Das war eins der Hauptmotive.

Als Jan dann nach mir auch in der Firma gekündigt hatte, in der wir vorher gearbeitet hatten, war es einfach die Gelegenheit. Mit Jan stimmte die Chemie.

Wir wussten, wir können gut zusammenarbeiten und ergänzen uns fachlich gut, denn ich bin eher technisch aufgestellt und Jan ist darüber hinaus an Aspekten interessiert, die eine Firmenleitung mit sich bringt.

Frage ans Team: Wann seid Ihr in die Firma eingestiegen – und wie war das?

Nils: Ich glaube, das war vor 20 Jahren im Jahr 2000. Ich kannte Jan und Tom, die ja die Firma gegründet haben, von einem gemeinsamen Job in einer großen Multimediaagentur. Als die beiden mich gefragt haben, ob ich bei subshell arbeiten möchte, hatte ich sofort Lust.

Am Anfang haben wir bei subshell noch viel für andere Firmen gearbeitet und ich habe viele Konzepte geschrieben, das war sehr interessant.

Feri: Der Kontakt zu Jan und Tom hat sich während meines Studentenjobs im Studium der Wirtschaftsinformatik ergeben. Tom und Jan haben dann ihre eigene Firma gegründet und mich irgendwann angerufen, ich solle mal vorbeikommen.

Als ich dann gefragt habe, wann ich anfangen soll, haben die gesagt „Sofort! “. Ich glaube, ich habe dann 1999 bei subshell angefangen und direkt fast sechs bis acht Monate vor Ort bei Kunden entwickelt. Zu Beginn hatte subshell noch kein richtiges Büro.

Julia: Mein erster Tag bei subshell war der 30.04.2000. Ich war sehr angetan, dass zwei Jungs so eine Firma auf die Beine gestellt haben. Zu der Zeit waren wir zu acht in der Firma. Ich fühlte mich sofort sehr wohl.

Sören: Ich glaube, ich habe am 01. September 2000 angefangen. Der Hintergrund war, dass ich Nils aus dem Informatikstudium kannte. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mal bei subshell vorbeikommen möchte, da sie Entwickler suchen.

Zu der Zeit habe ich noch an der Uni gearbeitet und wollte mal was anderes ausprobieren. Das Vorstellungsgespräch verlief ungefähr so: „Kannst du ein bisschen programmieren?“, „Ja, im Studium machen wir Java“, „Ok, wann kannst du anfangen?“. Mehr musste man nicht machen. Heute ist es etwas anders, wenn man als Student bei subshell anfangen will.

Andreas N.: Ich habe einen Job gesucht und ein gemeinsamer Bekannter an der Uni meinte zu mir, ich solle mal Jan anrufen. Dieser meinte dann, ich solle vorbeikommen. So habe ich hier angefangen. Damals war ich der erste Festangestellte. Feri und Nils waren bereits als Studenten dabei.

Warum "subshell"? 

Nils: Das ist ja ein Begriff aus der IT und passt gut zu einer Softwarefirma. Gegen die Anmeldung der Marke hat übrigens die Öl-Shell Einspruch erhoben.

Wir durften den Namen „subshell“ dann aber weiterverwenden, nachdem Experten bestätigt haben, dass es sich bei unserem Logo nicht um eine Meeresmuschel handelt. Und wir dürfen im Logo niemals rot und gelb verwenden.

Wie hat sich die Firma seit ihrer Gründung entwickelt?

Jan: Angefangen haben wir bei subshell mit der Unterstützung von verschiedenen Multimediaagenturen, die damals technisch noch nicht auf dem neusten Stand waren.

Später haben wir in Zusammenarbeit mit dem NDR und der tagesschau angefangen, für sie das erste große Redaktionssystem einzuführen, welches damals noch auf einer amerikanischen Software basierte.

Diese Software war sehr angesagt und wurde auch von großen Unternehmen eingesetzt. Allerdings kannten sich nur wenige Leute mit der Software aus oder konnten beratend für das amerikanische Softwareunternehmen tätig sein. Zum Ende meiner Tätigkeit in der Medienagentur habe ich diese Software dann aber noch kennengelernt.

Nach ein paar Jahren der Zusammenarbeit mit dem NDR und der tagesschau hat sich dann herausgestellt, dass die Software doch nicht so richtig gut ist, weshalb wir dann überlegt haben, ob wir nicht selber ein CMS-Programm entwickeln könnten. So haben wir angefangen, Sophora zu bauen.

Tom: Es sind halt über 20 Jahre mit vielen Aufs und Abs.

Wir haben mit zwei Leuten angefangen und uns war schon immer klar, dass wir kein so großes Wachstum haben wollten, bei dem wir ganz viel Geld von extern holen und gleich ein Team von 20 Leuten einstellen. Stattdessen war immer der Plan, organisch zu wachsen.

Das brachte natürlich gerade am Anfang auch anstrengende Phasen mit sich, weil Projekte zu groß waren, sich verzögerten, Sachen nicht so klappten wie man sich das vorgestellt hatte, Kunden nicht so zahlten, wie man sich das gewünscht hatte. Das hat sich mit den Jahren gebessert.

Der Hauptentwicklungspunkt war die Erkenntnis, dass, wenn man sich den Kundenstamm heranzieht und langfristig zusammenarbeitet, die harten Schwankungen nicht mehr so stark auftreten und man eine gewisse Zuversicht hat, dass die Arbeit in den nächsten Monaten und Jahren gut funktioniert. Das ist eine kontinuierliche Entwicklung gewesen.

Nils: Erst mal ist subshell viel größer geworden und hat sich auch ein bisschen von der Projektumsetzung für andere zur eigenen Produktentwicklung gewandelt. Das hat auch die Arbeitsweise verändert, denn natürlich mussten mehr Leute zusammenarbeiten, wodurch andere Organisationsformen entstanden sind.

Mit dem Entwickeln eines eigenen Produkts hat sich aber auch der Marketingfokus der Firma geändert.

Feri: Im Vergleich zu den übrigen Jahren hat sich die Firma in den letzten 5-6 Jahren rasant entwickelt. subshell war ein kleines Unternehmen mit Familienatmosphäre und einem Ein-Raum-Büro, jeder kannte sich. Wenn einer telefoniert hat, hörten alle mit.

Mit dem Umzug in die HafenCity haben sich ganz langsam die Atmosphäre und die Struktur verändert. Früher hat es ein Team-Jan und ein Team-Tom gegeben. Jetzt haben wir Teams nach Kunden und Projekten, die viel umfangreicher sind.  

Sören: Durch die Größe haben sich alle Arbeitsabläufe geändert. Früher waren diese deutlich weniger formalisiert – das brachte auch sehr viel Flexibilität mit sich. Man hat einfach gemacht, bei Fragen Tom angesprochen und sehr eigenständig für sich programmiert.

Die täglichen Stand-ups haben wir damals noch nicht gemacht. Man konnte viel ausprobieren und hat viel gelernt.  

Andreas N.: Geändert haben sich die Leute, der Kundenstamm und das Produktangebot haben sich stabilisiert. Wir hatten damals hier und da ein paar Werbeaufträge für verschiedene, zum Teil kleine Kunden.

Die Branche hatte ja mal, um die Jahrtausendwende, die Hoffnung, eine Goldgrube zu sein. Da haben junge Leute, im Wesentlichen aus dem Bereich Werbung, gedacht, sie sind sooo toll. Das war die Stimmung in der Gegend, in der wir unser erstes Büro hatten. Sie dachten damals, halbwegs von selbst steinreich zu werden. Das hat bei vielen nicht gehalten. Die Blase ist geplatzt.

Wie ist der Name Sophora entstanden?

Nils: Da gab es einen internen Wettbewerb und Sophora hat sich durchgesetzt. Von einem unserer humanistisch gebildeten Kunden kam dann auch die passende Erklärung. „Sophora erinnert an „sophia“ (griechisch: Weisheit) und „hora“ (lateinisch: Stunde, Zeit) und nimmt Bezug auf den Einsatz der Software in einem Umfeld mit hohen Ansprüchen an die publizistische Qualität und Aktualität der Inhalte.“

Vom kleinen Schlepper zum Versorgungsschiff

Welche Highlights gab es in der Unternehmensgeschichte?

Jan: Ein sehr großes Highlight für mich war, dass wir die Website, also das Redaktionssystem der tagesschau im Jahr 2006/2007 machen durften. Das war schon beeindruckend.

Tom: Das größte Highlight war, das eigene CMS-System zu entwickeln. Nachdem wir in den ersten Jahren als Dienstleister gearbeitet und ein paar kleine Entwicklungen gemacht hatten, kam mit Sophora plötzlich ein ganz anderer Schritt. Wir merkten, dass wir jetzt etwas Größeres entwickelten und damit auch die Möglichkeit hatten, Sophora als Produkt auch bei anderen Kunden einzusetzen. Das war ein ziemlich entscheidender Punkt in der Geschichte von subshell.

Nils: Für mich war ein Highlight, dass wir mal mit der „Bundeszentrale für politische Bildung“ arbeiten konnten. Das war sehr interessant. Dann aber auch, dass die ZDF-Mediathek mittlerweile auf Sophora läuft. Und natürlich, als sich die tagesschau entschieden hat, das Sophora-CMS von uns entwickeln zulassen.

Feri: Mich hat beeindruckt, dass wir uns so lange halten konnten und die richtige Strategie verfolgt haben. Viele Unternehmen gehen nach kurzer Zeit wieder unter.

Sören: Die Sommerfeste am Elbstrand fand ich immer gut. Da saßen wir dann bis morgens, auch mit Leuten, die heute gar nicht mehr zu den Sommerfesten kommen.

subshell Sommerfest am Elbstrand 2003
subshell Sommerfest am Elbstrand 2003 (Bild: subshell/CC BY)

Auch schön war die Anfangsphase von Sophora und damit die Möglichkeit, ein Produkt von Null an entwickeln zu können.

Ein weiteres persönliches Highlight für mich: Die agile Softwareentwicklung im Rahmen meiner Diplomarbeit. An den Unis war das Thema total neu und die Arbeitsweise wurde nur in den USA von einigen genutzt. Als ich dem NDR vorstellte, was ich mit der agilen Softwareentwicklung bei ihnen vorhatte, wurde das anfangs belächelt.

Zusammen mit dem NDR haben wir dann das allererste agile Projekt des NDR, das damalige TableStar-Projekt, gestartet. TableStar lief dort dann ein Jahrzehnt lang. Da war ich stolz drauf.

Andreas N.: Kein Highlight, aber eine der skurrilsten und erfreulicheren Erinnerungen aus der Weidenallee war eine der ersten großen Firmenfeiern in unseren ersten Büroräumen auf der Sternschanze mit gefühlt 200 Leuten.

Die Geschäftsführung hatte eine Band eingeladen mit Livemusik und großen Verstärkern. Das war zu einer Zeit, in der alle Leute glücklich waren in der Branche und dachten sie würden jung, schön und reich werden oder bleiben. Die Musik schallte ungefähr bis zum Wasserturm rüber.

Gibt es Momente, auf welche du besonders gerne zurückblickst?

Nils: Jan und ich hatten im Jahr 2010 die Möglichkeit, in Ägypten einen Job als Teil eines Konsortiums zu machen. Das war ziemlich verrückt, weil wir auch im Palast des damaligen Präsidenten präsentieren mussten.

Jan (l) und Nils (r) in Kairo in 2010
Jan (l) und Nils (r) in Kairo in 2010 (Bild: subshell/CC BY)

Das war noch vor dem arabischen Frühling und ist auch zum Glück nicht zustande gekommen, aber die Reise nach Kairo und der Aufenthalt da waren schon ziemlich abenteuerlich und interessant.

Feri: Es gab viele Highlights bei subshell, aber was ich am meisten vermisse ist das „Oldschool“-Entwickeln. Früher fand das Entwickeln im Großraumbüro statt, was das Ganze einzigartig gemacht hat. Wenn es Probleme gab, konnten wir rufen: „Hey! Schau mal hier ´rauf!“.

Andreas: Da gab es einen lustigen Moment, auf den ich gerne zurückblicke:  Das Umziehen von der Weidenallee in die Margaretenstraße mit der Hilfe von Einkaufswagen. Da hatte Nils vorher alles Mögliche weggeschmissen und meinte: “Ach, das brauchen wir nicht!“. Das passt zu seiner innovativen Art und seiner Rolle in der Firma.

Julia: Zurückblickend freue ich mich zu sehen, wie die Firma gewachsen ist und wie viele Menschen hier nun arbeiten – und ich blicke zurück auf zwei Chefs, die super waren und es bis heute geblieben sind.

Wie hast du die Entwicklung der Firma über die Jahre wahrgenommen?

Tom: Wir hatten eine kontinuierliche Entwicklung ohne große Dramen, ohne große Sprünge und ohne große Umbrüche, das ist schon eine der Haupteigenschaften von subshell.

Nils: Die Firma ist langsam gewachsen und dadurch in manchen Teilen professioneller geworden. Aber es ist alles noch sehr persönlich geblieben, man kennt die Leute und arbeitet gut zusammen.

Feri: Wir sind professioneller geworden. Jeder Bereich ist mit der richtigen Position besetzt. Früher wurde mehr Flexibilität verlangt. Heute weißt du, zu wem du gehen musst, wenn du etwas brauchst.

Die Qualität der Software verbessert sich dadurch auch immer mehr, denn je mehr Personen wir haben und je besser die Workflows sind, desto mehr Zeit können wir in die Qualität stecken.

Sören: Mir gefällt die Art und Weise, in der wir gewachsen sind. In anderen Firmen ist es schon mal so, dass jemand einem Unternehmen 3 Millionen Euro gibt und das ausgegeben wird ohne Ende. Irgendwann ziehen die Investoren dann ihr Geld wieder raus.

Ich persönlich mache da lieber Sachen, die nachhaltig sind. Wir bei subshell sind auch nur mit dem Geld gewachsen, das wir hatten. Außerdem finde ich die Kontinuität gut, also dass Leute wie Torsten, Steffen oder ich als Studenten hier gestartet sind und auch bis heute geblieben.

In anderen Unternehmen kommt es vor, dass das Personal im Jahreszyklus ausgewechselt ist. Dementsprechend finde ich es schade, wenn Leute, die lange dabei waren, gehen. 

Andreas N.: Bei der 10-Jahres Feier sagte Tom einmal sowas wie: „Wir sind erwachsen geworden.“

Wo liegt die größte Herausforderung in deinem Beruf?

Jan: Eine große Herausforderung ist es, in verschiedensten Bereichen auf Basis der vorliegenden Informationen die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Das sind insbesondere – aber nicht nur – personelle, strategische und technische Entscheidungen.

Tom:Meine Rolle sehe ich in der Entscheidung, welche technologischen Schritte gegangen werden. Konkret wird jetzt die Cloud diskutiert. Das sind alles neue technologische Entwicklungen, bei denen überlegt werden muss, ob wir in die eine oder andere Richtung gehen oder bestimmte Technologien ignorieren oder aufnehmen wollen.

Dabei müssen Entscheidungen getroffen werden, die uns auch die nächsten Jahre in die richtige Richtung führen.

Geschätzte Güter und zukünftige Gewässer - subshell in 10 Jahren

Was macht die Unternehmenskultur bei subshell aus?

Feri: Es wird viel dafür getan, dass wir uns zuhause und familiär fühlen – zum Beispiel durch regelmäßige Events, Personalgespräche, aber auch eine immer offene Tür bei Gesprächsbedarf. Ich als Familienvater habe außerdem keinerlei Probleme,  Arbeit und Privatleben zu balancieren, da wir flexibel arbeiten können. Man kommt als Familienvater oder Elternteil gut zurecht.

Ich würde sagen, die Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der stärkste Erfolgsfaktor bei subshell. Wir haben eine gute Diskussionskultur. Obwohl wir in Projekten häufig Meinungsverschiedenheiten haben, entstehen produktive Diskussionen und am Ende ein Konsens. Die Geschäftsführung berücksichtigt die Meinungen von allen fair.

Das Personal wird mit Respekt behandelt und uns wird Vertrauen geschenkt, z.B. dadurch, dass wir sehr früh verantwortungsvolle Aufgaben bekommen, neue Ideen willkommen sind und ich das Gefühl habe, dass ein Mitspracherecht bei Entscheidungen für alle möglich ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die gesellschaftliche Verantwortung von subshell. Wir haben vor 3 oder 4 Jahren an einem Geflüchteten-Programm teilgenommen und einen jungen Praktikanten betreut, oder wir haben den Girls-Day geplant, der nun leider wegen COVID-19 ausfallen musste.

Es geht also nicht nur um Gewinnmaximierung, sondern es wird versucht, etwas zurückzugeben.

Sören: Am meisten schätze ich an der Unternehmenskultur bei subshell das Familiäre – das ist das, was subshell für mich ausmacht. Dadurch kann man einander vertrauen und sich aufeinander verlassen und die Kolleginnen und Kollegen gehen respektvoll miteinander um.

Einen wichtigen Grund für die familiäre Unternehmenskultur sehe ich auch darin, dass sehr viele Kollegen und Kolleginnen schon lange bei subshell arbeiten – diese Kontinuität ist ein hohes Gut, das wir sorgfältig pflegen sollten.

Jan: Die Unternehmenskultur wird auch dadurch geprägt, dass die Beschäftigten ihr Umfeld selbst gestalten können und in wichtige Entscheidungen einbezogen werden. Die Urlaubsplanung z. B. können die Teams autonom organisieren. Was Neuanstellungen anbelangt, haben die Teams ein Mitspracherecht. Sie haben ein eigenes Budget, mit dem sie arbeiten können.

Die Art, wie wir uns mit SCRUM organisieren, spielt auch eine Rolle, denn das taktet das Leben hier natürlich ganz stark. Wir haben sehr lange auf Papier gearbeitet und Aufgaben auf Karteikarten geschrieben. Die haben wir dann auf den Tisch gelegt. Die mit den höchsten Prioritäten waren dann rechts und die weniger wichtigen ganz links. Dann haben wir die Karten an eine Glaswand gehängt.

2006 ging es mit SCRUM langsam los. Die Themen wurden damals noch klassisch auf Zuruf verteilt. Bis zu einer bestimmten Größe funktioniert das auch noch, aber wenn es mehr Personen werden, wird es komplizierter, entsprechend haben wir auch SCRUM für uns weiterentwickelt.

Daily Stand-Ups im subshell Büro in der Margaretenstraße im Jahr 2008
Daily Stand-Ups im subshell Büro in der Margaretenstraße im Jahr 2008 (Bild: subshell/CC BY)

Wo siehst du die Firma in 10 Jahren?

Tom: Der kontinuierliche Prozess, den wir schon in den letzten 10 bis 15 Jahren vorangetrieben haben, wird fortgesetzt. Das heißt, wir werden weiter mit ARD, ZDF und anderen bestehenden Kunden intensiv zusammenarbeiten.

Aus meiner Perspektive finde ich es interessant, dann auch weiterhin technologisch spannende Dinge anzugehen. Das bedeutet, wir werden in 10 Jahren technologisch sicherlich woanders stehen als heute.

Nils: Hoffentlich immer noch in der HafenCity, das fände ich ganz schön, weil ich gerne hier arbeite.

Die HafenCity (Jahr 2017)
Die HafenCity in der Nähe des subshell-Büros (Jahr 2017) (Bild: subshell/CC BY)


Technisch wird sich vieles geändert haben. Wir werden sicherlich in der Cloud unterwegs sein. Außerdem hoffe ich, dass wir noch ein paar Kunden im Ausland dazu bekommen.

Julia: Da ich sehe, wie engagiert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, gehe ich davon aus, dass sich in den nächsten 10 Jahren noch einiges tun wird.

Sören: Wo sehe ich die Firma in 10 Jahren ― gar nicht viel anders als jetzt. Bisschen größer, aber nicht viel größer. Ich hoffe, dass das Familiäre bleibt.

Ich finde es angenehm, mit unseren aktuellen Kunden zusammenzuarbeiten, da sie nicht nur auf Profit aus sein müssen und hoffe, das bleibt so.

Feri: Dazu kann ich nicht so viel sagen, aber ich würde es großartig finden, wenn wir mehr Frauen als Entwicklerinnen hätten. Die Programmierung ist nämlich nicht nur Männersache. subshell versucht ja bereits, bei Programmen wie dem Girls-Day mitzumachen. Das ist der richtige Weg.

Meine Tochter fragt auch immer: „Papa, was machst du denn da?“ Das Klischee, dass meist Männer Entwickler sind, Brille tragen und nur auf den Bildschirm starren, sollte gebrochen werden.

P.S. Natürlich haben wir noch weitere wertvolle Kolleginnen und Kollegen, mit denen wir bald 10-, 15- oder 20-jähriges- Jubiläum feiern können. Wir freuen uns, wenn der eine oder die andere ebenfalls seine oder ihre Erfahrungen im Team teilen möchte. Außerdem lasse ich noch ein Danke an unsere Schülerpraktikantin Mariana da, die mich (Hevi) bei den Interviews fleißig unterstützt hat.

Hêvi Sari
Hêvi Sari
19.08.20
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