Aus Freude an der Software

Bei den Agile Testing Days in Potsdam treffen sich Tester*innen aus aller Welt. Ein paar unserer Kolleg*innen waren 2025 dabei.

Da haben wir einmal die Bühne für uns, und dann sowas … aber vielleicht stehen wir hier irgendwann mal als seriöse Speaker und erzählen von den wichtigen Dingen.
Da haben wir einmal die Bühne für uns, und dann sowas … aber vielleicht stehen wir hier irgendwann mal als seriöse Speaker und erzählen von den wichtigen Dingen. (Bild: subshell GmbH/Alle Rechte vorbehalten)

Die Socken nass vom Schneematsch, die Mütze klamm vom Schweiß und ein paar Eiszäpfchen im Bart – das ist genau der richtige Start in den ersten Tag der Agile Testing Days. Nach dem erfrischenden Morning Run durchs dunkle und kalte Potsdam (aber immerhin vorbei am Schloss Sanssouci) witsche ich in den warmen Raum zum Yoga, danach unter die Dusche und zum Frühstücksbuffet. So kann man auch in eine IT-Konferenz starten. Das Morgenprogramm ist so vielfältig, dass man leider nicht alles schafft: zeitgleich haben nämlich auch noch die erste Keynote des Tages sowie ein Lean Coffee mit vertieften Gesprächen stattgefunden. Man kann nicht alles haben …

Ein Fest der bunten Menschen

Wer zum ersten Mal auf die ATD fährt, findet sich auf einem großen, quirligen Fest wieder. Die Haare der Teilnehmenden sind hier genauso bunt wie die dahinter steckenden Charaktere und Nationalitäten. Alle sind offen, alle sind freundlich und alle haben ein Ziel: Wie können wir es besser machen – für uns und andere?

Die Agile Testing Days bieten drei Tage Konferenz. Wer mag, nimmt am Tag vor dem eigentlichen Beginn noch den sogenannten Tutorial Day mit. Dort kann man beispielsweise einen ganzen Tag lang kleine Testwerkzeuge mit der Command Line basteln, im Team, alleine oder mit den Speaker*innen zusammen – wie man mag. Die tatsächlichen Konferenztage teilen sich auf in Keynotes, Talks, Deep Dives und Workshops. Zuhören, Diskutieren, Eintauchen, Mitmachen. Für jedes Interesse wird im Grunde eine passende Veranstaltung geboten.

Testen ist nicht alles

Beileibe nicht alles auf den ATD dreht sich dediziert ums Testen. Klar sitzen wir auch mal mit über 100 Leuten in der Keynote „Testing transparently“ und hämmern alle gemeinsam als Test-Crowd auf eine Anwendung ein. Wir lernen allerdings auch, auf welche Weise die oft gescholtene künstliche Intelligenz das Leben von Menschen mit Einschränkungen erheblich leichter machen und somit für mehr gesellschaftliche Teilhabe sorgen kann. Oder wir weiten unseren Blick und erkennen, dass Software nicht einfach nur funktionieren, sondern den Menschen, die sie benutzen, auch ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Und zwar nicht, weil man gerade einen furchtbar witzigen Bug gefunden hat, sondern weil einem ein kleines Detail einfach Freude bereitet.

Künstliche Intelligenz hat in kaum einer Veranstaltung gefehlt: Wie kann sie mir bei der Testautomatisierung helfen? Wie testet man eigentlich den KI-Einsatz? Und wem wird sie den Arbeitsplatz streitig machen? Wir haben uns damit beschäftigt, wie man besser dokumentiert, ob automatisierte Tests zum Monitoring produktiver Anwendungen taugen, und haben den Einstieg ins Hacking gewagt. Haben bekannte und neue Leute getroffen, Wissenswertes und Inspirierendes gehört und gesehen, fleißig gegessen und Kaffee getrunken. Wem all das nicht reicht – das Rahmenprogramm der ATD sucht seinesgleichen: Naschkram tauschen auf der internationalen Süßigkeitenbörse, Spieleabend, 80er-Jahre-Kostümparty mit Liveband und ein Open-Space-Abend boten jede Menge Abwechslung. Und für alle, die auch mal raus wollen, bietet Potsdam neben ordentlicher ostdeutscher Küche auch Kleinode wie ein russisches Café oder herrliche, handgemachte Biang-Biang-Nudeln. Neben Software sollte man auch solche Dinge ruhig mal sorgfältig testen.

Christopher Ost
Christopher Ost
10.04.26
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