Vom Hörsaal in die Sophora-Welt, in den Kreißsaal und wieder zurück

Mathis ist ein subshell-Urgestein, dessen Laufbahn weg und wieder zurück zu subshell führte.

Mathis auf dem subshell Sommerfest
Mathis auf dem subshell Sommerfest (Bild: subshell/Alle Rechte vorbehalten)

Mathis ist ein subshell-Urgestein, dessen Laufbahn weg und wieder zurück zu subshell führte. Ich traf ihn zum Interview, um über seinen Weg vom Werkstudenten bei subshell zum Consultant und seine bewusste Rückkehr zur Produktentwicklung zu sprechen, inklusive Cloud-Pioniergeist, der Wichtigkeit von Work-Life-Balance und dem aktuellen Hype-Thema "Agentic AI". 

Der Anfang: Ein Sprung ins kalte Wasser (und ins technische Java)

Mathis studierte technische Informatik in Hamburg, als er im November 2016 als Werkstudent bei subshell einstieg. Besonders prägend? Die Einführung in die professionelle Softwareentwicklung beim Programmieren von Sophora Core und die agile Softwareentwicklung nach Scrum. Schon früh entwickelte Mathis eine Vorliebe für die Arbeit am Servercode, echtes, technisches Java eben.

Ein Highlight war der Besuch der Kubecon 2019 in Barcelona mit seinen Teamkollegen zu einer Zeit, als Cloud-Themen bei subshell noch in den Kinderschuhen steckten. Er erinnerte sich besonders an einen inspirierenden Vortrag von Henning Jacobs von Zalando über „Kubernetes Failure Stories and How to Crash your Clusters“. Inspiriert von der Konferenz konnte Mathis gemeinsam mit seinem damaligen Team Weasel bei subshell schnell mit der Cloud-Umgebung experimentieren.

Das Cloud-Thema steigerte außerdem sein Interesse an Infrastruktur- und DevOps-Themen. Die größte Veränderung in seiner Einstellung zur Softwareentwicklung war sein wachsendes Interesse an Methodiken wie Test-Driven Development und Pair Programming. 

Jobwechsel: Blick über den Tellerrand

Anfang 2020 wechselte Mathis sein Tätigkeitsfeld und stieg ins Consulting eines anderen Unternehmens ein. Ausschlaggebend dafür war sein zunehmendes Engagement für Stakeholder-Zusammenarbeit, präzise Bedarfsanalyse und die strategische Unterstützung bei Priorisierungen.

Neben einer ganz anderen Unternehmensgröße und den damit verbundenen Strukturen lernte Mathis dort, offen auf neue Teams und Kunden zuzugehen und auch, wie essentiell die frühzeitige Einbeziehung des Kunden ist.

Er erkannte außerdem für sich, dass Vorkenntnisse in den diversen Programmiersprachen relativ unbedeutend sind. Denn selbst Python, eine Programmiersprache, die er vorher nicht beherrschte, stellte kein Hindernis dar, solange die grundlegenden Konzepte sitzen und man Techniken wie Test-Driven Development und Pair Programming anwendet.

Die Rückkehr: Familie zuerst und Remote-Arbeit

Seine Rückkehr im November 2022 fiel in eine Zeit großer Veränderungen bei subshell, denn das Unternehmen war gewachsen. Die größte Veränderung aber war die Möglichkeit zur Remote-Arbeit, die Mathis' Alltag enorm erleichterte. Nach der Geburt seiner ersten Tochter im April 2023 konnte er dank Homeoffice und Vaterschaftsurlaub eine gleichwertige Bezugsperson sein und alle frühen Meilensteine miterleben.

Um den Austausch im Remote-Team zu fördern, setzen Mathis und sein neues Team Korora stark auf Pair Programming in Slots, oft zu zweit an einer Story, unterstützt durch Google Meet und gemeinsame IDE-Dokumente. Das steigert nicht nur die Codequalität und das Tempo, sondern sorgt auch für ständige Reviews und Abwechslung durch den Rollentausch.

Damals Cloud – heute Agentic AI 

Eine kürzliche Konferenz in München inspirierte Mathis zum Thema Agentic AI.  Besonders spannend fand Mathis dabei den Vortrag von Rod Johnson, dem Entwickler des Spring Frameworks, der eine neue Bibliothek namens „Embabel“ gebaut hat. Mit Agentic AI werden verschiedene Aufrufe von Large Language Models miteinander verknüpft, um präzisere und erweiterte Funktionalitäten zu erreichen. Mathis interessiert sich dafür, wofür man diese Technologie sinnvoll einsetzen kann, ähnlich wie die Cloud-Themen, die ihn noch vor ein paar Jahren begeistert hatten.

Potenzial für Agentic AI sieht er sowohl bei subshell als auch privat: Für seine Familie entwickelt er aktuell eine Anwendung, die Diabetikern hilft, indem sie Kohlenhydrateinheiten basierend auf einem Foto der Nährwerttabelle berechnet oder Lebensmittel auf Allergene überprüft; ein tolles Beispiel für sinnvolle AI-Anwendung im Alltag.

Trotz aller Technologie ist Mathis' berufliches und privates Ziel derzeit dennoch: Ruhe im Leben bewahren. Die Energie soll primär der Familie zugutekommen und nicht der übermäßigen Karrierejagd.

Der wichtigste Ratschlag an sein jüngeres Ich

Auf die Frage nach dem besten Rat für sein jüngeres Ich scherzte Mathis zuerst: „Alles in Bitcoin investieren!“

Doch sein ernst gemeinter Rat lautet: „Sei selbstbewusster, vertraue mehr auf deine eigene Meinung und traue dich, Fragen zu stellen!“

Man sollte keine Angst haben, Fragen zu stellen, aus Furcht, die eigene Kompetenz zu untergraben. Im Gegenteil: Fragen bringen einen in der Regel viel weiter, hinterlassen einen positiven Eindruck und zeigen dem Gegenüber die eigene Motivation, ein starkes Plädoyer für mehr Selbstvertrauen und Neugier in der Softwareentwicklung.

Leseempfehlung

Wer Mathis aus dem 2017er-Archiv noch mit frisch gefangenen Spring- und Maven-Erinnerungen im Kopf hat: Keine Sorge, die Begeisterung für Code ist geblieben, nur dass wir heute statt über die ersten Cloud-Schritte eben über Agentic AI philosophieren. Zum Interview mit Mathis damals als Werkstudent kommt ihr hier.

Hevi Sari
Hevi Sari
22.10.26
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